WM – Organisation und Zeitpläne in der Kritik

Verbesserungsvorschläge für Organisation und Zeitpläne

von Thomas Zacharias.

Foto von Dieter Koel : Die Medaillengewinner im Hochsprung: Thomas Zacharias (Siber),  Dusan Prezelj (Gold), Gerhard Wenzke (Bronze).

Die Besetzung der beiden Hallen

Bei allem was gut war bei der WM in Budapest, muss ich doch einige Missstände anmahnen. Die Wettkämpfe waren ja auf zwei Hallen verteilt, und das war einfach für die Stimmung katastrophal, weil manchmal zu viel auf einmal los war und manchmal wenig oder überhaupt nichts. Der Zeitplan war also total unausgewogen und zuweilen einfach unmöglich.

Mein persönlich empfundenes Extrem: Die Kugelstoßer waren in der B-Halle hinter die Tribüne in eine Ecke verbannt, die eher wie ein Abstellraum wirkte als wie eine Wettkampfstätte. So als würden sie überhaupt nicht dazugehören.

Bei den Hochsprung-Bewerben war in der B-Halle entweder zu viel oder gar nichts los. Und das, während in der A-Halle auch nur ein oder zwei Wettkämpfe stattfanden. Entsprechend waren die zwei kleinen, provisorischen Tribünen manchmal voll besetzt und manchmal leer. Der Rahmen war einer WM also entweder gar nicht oder gerade mal so eben würdig, zumal an den Längsseiten der B-Halle nur für eine Reihe Stehplätze Raum war.

 

Zu breite Streuung der Wettbewerbe pro Disziplin

Schlimm war für mich auch die Tatsache, dass die Hochsprung-WKe auf alle 6 Tage verteilt waren, so dass ich an allen Tagen hätte dort sein müssen, um alle meine geschätzten Kollegen sehen und treffen zu können. Es gibt keinen Grund dafür, Wettkämpfe in einer Disziplin dermaßen zu streuen, denn sie könnten auch auf zwei Tage gebündelt werden.

 

Verbesserungsvorschläge rund um den Sprung

Mein Vorschlag: Wenn man zwei Anlagen hat (und es wurde ja zuweilen sogar auf drei Anlagen gleichzeitig gesprungen) und man für jeden WK 2 Stunden ansetzt (manche Gruppen brauchen weniger als eine Stunde, manche knapp zwei) ist man zwischen 9h und 21 Uhr bequem mit 12 Gruppen durch.

Natürlich gehören die Anlagen in die zwei Kurvenbereiche, damit möglichst niemand vor dem Loslaufen auf der Rundbahn stehen muss. Man hat in den USA auch schon zwei Anlagen gegeneinander in die Mitte des Innenraums gestellt, was ich insofern ablehne, als die Springer dann auf einander zulaufen und irritieren können.
An den zwei Hochsprungtagen können auf der Rundbahn jede Menge Läufe stattfinden, ohne zu stören oder gestört zu werden. Und wenn die Hochspringer nicht aktiv sind, ist der Innenraum frei für Kurzstrecken, Weitsprung, Stabhochsprung und Kugelstoßen, ohne dass diese Sportler sich ins Gehege kämen.

Zwischen dem ersten Hochsprungtag für die M und W 35 bis 60 und dem zweiten Hochsprungtag (M und W 65 bis 90+) kann ja ein Tag für Kurzstreckenläufe eingeschoben werden. Jedenfalls ist mit meinem Vorschlag auch die Notwendigkeit abgeschafft, das Hochspringen für diese Läufe ständig zu unterbrechen.

 

Kontinuierliche Weiterentwicklung durch Fachleute

Die Krux ist wohl, dass jedesmal andere Leute mit dem Zeitplan betraut werden, so dass es nie zu einem Lernprozess oder einer Weiterentwicklung kommen kann. Das sollte unsere Fürsprecher in den Verbänden aber nicht daran hindern, für neue Impulse in diese Richtung zu sorgen.

P.S. Es war auch absurd, ausgerechnet den Hochsprung in die kleine Halle zu verlegen, wo doch der Hochsprungsektor die flächengrößte technische Anlage der Leichtathletik ist. Hier ware also eindeutig keine erfahrenen Fachleute am Werk.

 

Zusammenfassung

  1. Disziplin-Kollegen wollen auch jenseits ihrer eigenen Altersgruppe Kontakt haben, einander zusehen und sich austauschen.
  2. Daher müssen z.B. so viele Hochsprungwettkämpfe wie möglich pro Tag stattfinden. (Nicht wie in Budapest jeden Tag wenige!). Dies läuft darauf hinaus, dass der gesamte Hochsprung an zwei Tagen über die Bühne gehen kann. Denn:
  3. Jeder Wettkampf dauert maximal 2 Stunden sodass 12 Stunden pro Tag vollkommen ausreichen, sofern man auf zwei Anlagen gleichzeitig springen lässt.
  4. Für die Halle gilt: Nur der Hochsprung wird durch alles gestört, was im Innenraum noch stattfindet. Und er stört diese Wettbewerbe seinerseits. Für Kurzsteckenläufe muss der Hochsprung sogar immer minutenlang unterbrochen werden, was nach meinem Vorschlag vollkommen einfach zu vermeiden ist. Alle anderen Wettbewerbe können nämlich gleichzeitig stattfinden, ohne dass sie einander stören oder behindern. Nur der Hochsprung kommt allem und mit allem in die Quere. Folglich:
  5. An den zwei Hochsprungtagen finden im Hallen-Innenraum keine weiteren Wettbewerbe oder Kurzstreckenläufe statt.
  6. Es reicht wenn an den zwei Hochsprungtagen Läufe auf der Hallen-Rundbahn stattfinden.
  7. Vorschlag zur Aufteilung in der Halle wie im Freien: 1. Tag: M+W 35 bis 60, 2. Tag 65 bis 90+.
  8. In der Halle: Die zwei Anlagen stehen in den Kurven, so dass kein Springer von der Rundbahn aus anlaufen muss.
  9. Zwischen den zwei Hochsprungtagen kann ein Tag ohne Hochsprung eingeschoben werden, damit in der Halle für Kurzstreckenläufer keine unzumutbar langen Pausen zwischen den Voläufen und Finals entstehen.