Wie is'mir vor Izmir?

Glosse mit Apostroph von Alfred Anton

Das „mir“ im Kalauer-Titel soll exemplarisch für eine Minderheit mehr oder weniger Gleichgesinnter mit Alfred Anton stehen. Also, wie is‘ mir? Kurz gesagt, es geht (Sportlerlatein). Meine Verletzung ist abgeklungen, ich fühle mich einigermaßen fit und meine größte Konkurrenz tritt bei der Europameisterschaft in Izmir nicht an. Soll ich Letzteres bedauern, scheinheilig erklären, es ginge mir im Grunde lediglich ums Mitmachen und nicht um den Sieg? Nein, so weit geht die Bescheidenheit nun auch wieder nicht. Zudem liefe ich Gefahr, als Vorgaukler enttarnt zu werden. Sollte ich eine Medaille erringen, werde ich sie freudig annehmen. Sollte ich‘s gar durch Glück zum Europameistertitel schaffen, werde ich auch Gratulationen nicht ausschlagen, ohne Wenn und Aber. Sei’s drum! Falls meine Ergebnisse sich sehen lassen können, habe ich auch nichts gegen eine Veröffentlichung in der lokalen Presse. Na ja, bei der 4x400m-Staffel kommen mir dann möglicherweise doch Bedenken. Nach Meldeliste sind wir Deutschen in meiner Altersklasse die Einzigen, die über genügend 400m-Läufer verfügen. Für die Anderen ist das möglicherweise ein Anreiz, herunter zu melden oder einen Kugelstoßer zu aktivieren, um eine ansonsten brach liegende Medaille zu ergattern. Was soll’s? Immerhin muss ich mich selbst unter den sechs deutschen Anwärtern für die Staffel qualifizieren. Auch schon ‘ne Leistung! Und dann gibt’s ja noch die Medaillenstandards! Aber wer kennt die schon? 

Euer Alfred Anton