Ultra: Die Leidenschaft von Vater und Tochter Hoffmann

Am 10. Mai 2014 fanden in Husum die Deutschen 100km-Meisterschaften statt. Erleichtert blickte der SHLV (Schleswig-Holsteinischer Leichtathletik-Verband e.V)  auf den 100km-Tag zurück [#SHLV]. Hier die  Ergebnisliste.

Deutsche Bestzeit von Norbert Hoffmann (M75).

Norbert Hoffmann, Sieger M75 mit deutscher Bestzeit: „Deich rauf, Deich runter. Meist hinter dem Deich über asphaltierte Wirtschaftswege auf einer 2,5 Kilometer langen Pendelstrecke. Anfangs erzählte man sich noch Witze und alberte. Wer am Schluss die Schafe links und rechts richtig gezählt habe, sei der eigentliche Sieger.“  Vorsichtshalber nahm man Abstand vom Zählen, man wollte ja durchkommen und nicht zwischendurch einschlafen. In den ersten Stunden habe er sich bei guten Wetterverhältnissen lediglich auf die anspruchsvolle, wellige Strecke mit einer langen Steigung konzentrieren müssen. In der zweien Laufhälfte sei starker und  teils böiger Wind aufgekommen. Gegen Ende habe einsetzender Regen für zusätzliche Schwierigkeiten gesorgt. Trotzdem sei es ihm mit 9:27:27 gelungen, die fünfzehn Jahre bestehende M75-Bestzeit von Dr. Heinrich Gutbier um etwa eine viertel Stunde zu unterbieten. Die Monotonie der Pendelstrecke fand er durch die laufende Beobachtung der Vierer-Spitzengruppe aufgelockert, die entweder überholte oder entgegen kam und etwa ab 50 Kilometern Vorentscheidungen suchte.

Vater und Tochter [#Fotogalerie]

Tochter Sigrid (W45) traf etwa eine halbe Stunde vor ihm im Ziel ein und errang mit 8:59:02 ebenfalls den Meistertitel. Sie hatte ihren Vater zur Langstrecke gebracht, als sie ihn, den Radsportler,  zu einem Marathon in Hachenburg vor der Haustür im Westerwald überredete. Das Erstaunen war groß, als er damals schneller war als sie. Der Ultralauffunke war übergesprungen, er habe Blut geleckt. Heute läuft ihm seine Tochter (W45) auf und davon.

Vorbereitung

Die guten Zeiten kommen natürlich nicht von ungefähr. Norbert Hoffmann absolviert im Jahr bis zu 18 lange Läufe, davon 10 Marathons [#Beispiel: Bericht SC Selters]. Vorbereitend auf  die DM 2014 in Husum  habe er drei 50km Straßenläufe bestritten, sowie an einem 50km- und einem 65km-Traillauf teilgenommen.  Wichtig für ihn in einem Ultralauf sei auch die Dosierung von Getränken und flüssiger Nahrung. Festes Essen könne er nicht gut während des Laufs vertragen. Seine Frau bereite ihm regelmäßig eine Kraftbrühe, u.a. mit ausreichend Salzgehalt zu, die er in den Getränkeständen deponiere. Gegen Ende des Ultras sei schließlich Cola sein „Rettungsanker“. Auf Grund der flüssigen Nahrung sei es ihm möglich gewesen, während des Laufs kein einziges Mal stehen zu bleiben.

Kein Stress bei Ultras

Ob er nun Pause mache? Ja, zwei Tage. Danach würde er wieder täglich mit Hund Flora 5 Kilometer joggen und ab Mittwoch sein gewohntes Trainingsprogramm fortsetzen. Zweimal in der Woche leite er mit seiner Tochter die Langlaufgruppe seines Vereins SC Selters (LG Westerwald).  Ob er auch regelmäßig an Straßenläufen teilnehme? Zehn Kilometer seien ihm zu schnell und damit zu stressig. Lange Strecken fände er erholsam und meist erlebnisreich. Er sei überzeugt, dass sich viel mehr Läuferinnen und Läufer einen Ultralauf zutrauen könnten.