Traudels Glosse: Die 4 Phasen des Wir-4-Städte-Laufes

von Traudel Hoschke, Feb. 2014 (PDF-Version)

Egal, welcher Wettkampf gerade anliegt:  eine gute Vorbereitung kann helfen, mit dem großen Zeh schon auf dem Treppchen zu stehen – zumindest gedanklich.

In rein körperlicher Form ist das natürlich noch erfreulicher“, erkläre ich Theo. „ Deshalb ist eine streng wissenschaftlich orientierte Einteilung in vier Vorbereitungsphasen unverzichtbar!

Dazu O-Ton Theo: „ Traudel, bisse bekloppt? Schuhe anziehen, loslaufen, wennet knallt (Startschuss), Seele aussem Leib hecheln und als Erster ankommen, mehr is nich!

Theo,“ sach ich „ hasse gezählt? Dat is genau, wat ich sach: Vier Phasen! Nur, dat deine anders sind als meine.

Bei Theo bin ich also abgeblitzt und renne deshalb mit meiner brillanten Theorie zu unserer Trainerin Elke. Die ist sofort Feuer und Flamme, will das Konzept beim nächsten Straßenlauf testen. Das ist der Wir-4- Städte-Lauf von Kamp-Lintfort über Rheinberg, Moers und Neukirchen-Vluyn, Gesamtlänge 42,2 km, auch als Staffellauf im Programm. Ich werbe also noch drei Frauen an und uns alle eint der Wunsch, einen Tick schneller laufen zu können als Theos` Männerstaffel. Also beginnen wir umgehend mit dem Wundertraining.

In Phase 1 steht neben der körperlichen Quälerei die mentale Stärkung im Vordergrund. Elke bläut uns ein, wir seien die Schnellsten und unschlagbar. Wir glauben das gerne. Theo nicht.

Für die Durchführung von Phase 2 zersägt Elke vier Wochen vor dem Lauf einen Besenstiel in vier Teile. Die Länge der Abschnitte entspricht im Verhältnis der Streckenlänge, die wir zu laufen haben. Jede von uns nimmt ihr Teilstück mit nach Hause und übt bei jeder Gelegenheit den Stabwechsel. Als Übungspartner eignen sich Ehemänner, Kinder und andere wehrlose Mitmenschen.

Die intensive Phase 3 meiner persönlichen Vorbereitung beginnt am Abend vor dem Lauf in der Pizzeria mit Apfelschorle und Nr. 66 (Tortellini in Sahnesoße mit Käse überbacken, sehr lecker!). Die Größe der Portion entspricht allerdings eher der Gesamtstreckenlänge, doch an diesem Abend fürchte ich mich vor nichts und schaffe alles!

Phase 4 wird am Wettkampftag eingeläutet: cool bleiben, lässig herumschlendern, einen abgeklärten Eindruck machen. Im Gegensatz zu meinen Mitläuferinnen versage ich völlig und springe vor dem Start durch die Gegend wie ein Flummiball.

Der Lauf selbst ist dann 4-mal aufregender als ein Einzellauf und wir erreichen eine wirklich gute Zeit – aber:  unsere Männerstaffel ist einen zweiminütigen Wimpernschlag schneller als wir. Ist das zu fassen?

PS. Im nächsten Jahr trainieren wir mit Theos 4-Phasen-Programm.