Werferin Ulrike Engelhardt zieht sich aus dem Wettkampfsport zurück

02.09.2015 08:00


„Wo ist Ulrike?“, fragten sich die W55-Wurf-Mehrkämpferinnen bei der WM in Lyon. Barbara Schlosser (B.S.) wusste, dass sich Ulrike Engelhardt wegen gesundheitlicher Probleme ohne großes Aufheben aus dem Leistungssport zurückgezogen hat. Betroffenheit und Mitgefühl für die sympathische Athletin machte sich breit. Bereits bei den Deutschen in Erfurt hatten Barbara Schlosser und Carola Petersen die Idee, Ulrike im Rahmen einer größeren Sportveranstaltung zu verabschieden. Dieses Ansinnen wurde begrüßt und Athletinnen aus Deutschland, der Schweiz und USA spendeten einen kleinen Beitrag für ein Geschenk und unterschrieben ein spontan entworfenes Grußschreiben.

Barbara Schlosser (Foto, Startnr. 194) übernahm die Aufgabe, ein Geschenk zu kaufen, das Grußschreiben als Erinnerungsurkunde zu gestalten  und die Ehrung von Ulrike zu organisieren. Sabine Meyer lockte die Erfurterin zur Wurfmehrkampf-DM in das nicht weit entfernte Zella-Mehlis um ihr mit weiteren Wurfkolleginnen das Erinnerungsdokument mit der Aufschrift "Wir wünschen Dir alles Gute" und einen Blumengruß zu überreichen (siehe Foto, bereitgestellt von B.S.)

Die Entscheidung des Rückzugs aus dem Wettkampfsport traf Ulrike Engelhardt nach der DM in Baunatal Ende September 2014, bei der sie mit 3822 Punkten Deutsche Meisterin im Wurf-Fünfkampf wurde [#Erg]. Barbara Schlosser weiß von einigen Kuriositäten, die sie mit Ulrike erlebt hat. So wurde Ulrike in NYIREGYHAZA trotz dreier ungültiger Versuche im Gewichtwurf Europameisterin der W50 im Wurf-5K. In Sacramento (EM) glaubte Ulrike, sie sei nur zweite. Erst nach mehrfachen augenzwinkernden Hinweisen, sich doch die Ergebnisliste anzuschauen, entdeckte sie, dass sie Weltmeisterin geworden war. In Jyväskylä erzielte Ulrike (W50) im selten in einer Halle ausgetragenen Gewichtwurf mit 15,59 Metern eine neue Weltbestleistung und das trotz kaputter Supraspinatus Sehne.