Straddle kein Flop?

23.10.2018 19:00

Thomas Zacharias (* 2. Januar 1947, Olympiateilnehmer im Hochsprung 1968) äußerte sich in einem Schreiben an Ue30LA sehr kritisch zur Flop-Euphorie (siehe Bericht von Ue30LA) und zur Vernachlässigung des Straddle-Stils im Hochsprung:

"Der Hochsprung ist seit 1992 tot. Und so nun auch Eberstadt. Dass es immer noch nicht zu einem neuen Straddle-Star gekommen ist, obwohl die WR nun schon fast 30 Jahre alt sind, ist ein Armutszeugnis der Fachwelt, ja der Menschheit. Nicht sachlich, nicht kritisch, nicht kreativ. Und den herrschenden Lehrmeinungen feige unterworfen. Und die Herrschaft der Akademiker so destruktiv wie durch die Jahrhunderte."

Thomas Zacharias schreibt, dass er sich nun endgültig vom Thema Hochsprung abgewendet habe und keine weiteren Gedanken darüber verschwenden möchte. Er ist aus wissenschaftlicher Sicht davon überzeugt, dass der Straddle bei gekonnter Ausführung dem Flop überlegen sei. Die Jugend wird aber nicht mehr an diese Art herangeführt, so dass das Aus programmiert ist. 

Thomas Zacharias hält immer noch beide M50-Weltrekorde draußen und in der Halle:

  • M50 1.98 Thomas Zacharias,GER 020147 Baunatal,GER 170597 World R (outside)
  • M50 200 Thomas Zacharias,GER 020147 Birmingham,GBR 020397 EVC World R (inside)

Bei den Olympischen Spielen in Mexiko im Jahr 1968 war Thomas Zacharias einer der Gegner des damaligen Olympiasiegers Dick Fosbury, der mit seinem Flop-Stil für Furore sorgte und mit der übersprungenen Höhe von 2.24 m gewann. Thomas Zacharias erreichte in Mexiko mit 2,09 m allerdings nicht das Finale. Etwas über zwei Jahre später, am 21. Februar 1971, übersprang der Straddle-Spezialist Thomas 2,22 m in der Deutschland-Halle in Berlin.