Schwindende Attraktivität des Seniorensports bei jungen Alten?

27.10.2014 21:33

Wie lassen sich die teils sehr kleinen Teilnehmerfelder bei deutschen Meisterschaften in den Klassen M/W35 erklären? Wieso sinken die Leistungen vor allem in M35 im Durchschnitt seit Jahren auffällig? Eine Antwort lässt sich nicht so einfach finden!

Fakten: Der Sieger über die 800m in Erfurt 2014 in der M35 wäre mit seiner Leistung 12 Jahre vorher in Kevelaer in der gleichen Altersklasse nur 11. geworden. Über die 1500m hätte die Siegerzeit von Erfurt sogar nur noch Platz 13 in Kevelaer im Jahre 2002 bedeutet. Die Hochrechnung der aktuellen Qualifikation M45 mit 5,50 zur Teilnahme an deutschen Meisterschaften im Weitsprung würde nach der Anwendung von Altersklassenfaktoren auf eine Weite von 6,15 Meter in M35 führen [siehe hier]. Im Jahr 2002 schafften es noch 26 Fünfunddreißigjährige 6,15 m und weiter zu springen, 2011 waren es nur noch Fünf.

Dabei gäbe es genügend Nachwuchs aus der Hauptklasse, wenn dieser nur wollte. Die besten Deutschen beim Frankfurtmarathon am Wochenende Arne Gabius und Mona Stockhecke wachsen in Kürze in die M/W35 Klassen. Doch nur wenige der Kadermitglieder und Spitzensportler aus der Hauptklasse stellen sich später noch Wettkämpfen in der Mastersklasse. Erfreuliche Gegenbeispiele sind unter anderen Wolfgang Knabe im Dreisprung, Thomas Zacharias im Hochsprung, Wolfgang Ritte im Stabhochsprung, Andy Dittmar im Kugelstoß und Bianca Kappler, die die StG Equipe Saar im Teamendkampf 2014 verstärkte und großen Anteil am Sieg hatte.

Vielleicht gelingt es Rainer Gabius (M65) seinen Sohn Arne in zwei Jahren zumindest zu der Teilnahme bei den Teammeisterschaften zu überreden, an denen er selbst regelmäßig mit seinem Verein LG Alsternord zugegen war. Bei deutschen Meisterschaften erlief sich sich Rainer Jahre lang sehr gute Platzierungen. In diesem Jahr wählte er als persönliches Highlight die Teilnahme an den Hallenweltmeisterschaften in Budapest. Lesen Sie dazu hier mehr!