Leistungsorientierter Sport als Lebenselixier im Alter

05.04.2017 17:00

MONITOR ON PSYCHOLOGY vom April 2017, Titelseite "AGE-DEFYING ATHLETHES“ [#apam onitor-digital.org]
Man klicke auf der Seite auf [Artikel öffnen]

„Das ist aber nicht gesund!“ meinte ein Spaziergänger, als ich (M70) ihm Schweiß durchtränkt bergauf laufend begegnete. Hat er Recht? Wäre langsames Joggen, dabei die Natur genießen, hier mal verschnaufen, da mal den Blick schweifen lassen, gesünder? Aber ich gehe gerne mal an Grenzen, mag den Wettkampf. Lebe ich ungesund? Eine neue Studie sagt "nein".

Monitor on Psychologie widmet ein ganzes Heft dem Thema: Aging in Motion – mit der Cover  Story „Research is exploring what makes older athletes tick and how high-level sport participation affects their well-being“. Wie wirkt sich im Alter Sport leistungsorientierter Sport auf das Wohlbefinden aus?

Die Quintessenz der Autorin und Psychologin Anne Bowen lautet (frei übersetzt und interpretiert): Sport auf hohem Niveau fördert nicht nur die Beweglichkeit und Gesundheit, sondern lässt auch die geistigen Fähigkeiten (Gedächtnis usw.) weniger abbauen, als bei Menschen die ohne Wettkampforientierung Sport betreiben.

Viele der befragten Sportlerinnen und Sportler im Durchschnittsalter von 72 Jahren beschrieben die Teilnahme an Sportveranstaltungen als eine Möglichkeit, Alterung zu verzögern. Sie äußerten, dass sie sich nicht so alt fühlten, wie die Jahreszahl vorgibt. Sie hätten zwar ihre Wehwehchen, seien ein wenig „abgenutzt“ (wearing out), jedoch sei man nur so alt, wie man sich persönlich einschätze. Jung hielten auch die sozialen, geistigen und körperlichen Stimulationen im Wettkampf.  

Grundsätzlich akzeptieren die leistungsorientierten Sportler ihren Verlust an Kraft und Geschwindigkeit und definieren ihr Alter im positiven Sinne, wie die folgende Aussage Teilnehmers der WORLD MASTERS GAMES belegt:

„I consider I’m not old at 80" (Ich stelle fest, dass ich mit 80 noch nicht alt bin)

Der Artikel von Anne Bowen enthält wunderbar aussagekräftige Fotos der Fotografen Alexis Rotas und Rob Jerome.

Befragt wurden beispielsweise:

  • Hikmet Kandegdi of Turkey, born in 1932, competes in the men’s pole vault (Stabhochsprung) event in the 80–84 age group,
  • Rosemary Chrimes of Great Britain, born in 1934, focuses before her winning throw in the women’s shot put (Kugelstoß) event at the British Open Masters Track & Field Championships in September 2013.
  • Olga Kotelko (1919–2014) at the world Masters Indoor Athletics Championships in Budapest in March 2014. Kotelko competed in nine different events (nahm an 9 Wettbewerben teil), creating seven new world records for the women’s 95–99 year age group (Sieben W95-Weltrekorde).
  • Pat Moorhead, world champion skydiver (Fallschirmspringer) of the United States, born in 1931, competes  in the Parachutists (Fallschirmsprung-Wettbewerb) Over Phorty Society World Championships in Eisenach, Germany, August 2016.
  • Irene Obera of the United States, born in 1933, crosses the finish line in gold medal position in the women’s 100m dash at the World Masters Athletics Championships, Lyon, France, August 2015. Her time was 17.57 seconds. (W80: 100m in 17,57 Sekunden) (Siehe Foto von WM 2015 in Lyon von Alfred Hermes)
  • Baker Shannon, 91, of The Woodlands, Texas Masters Swim Team, has won two dozen gold medals in swimming meets around the country in the freestyle, backstroke, breaststroke, butterfly and individual medley. (Vielseitiger Schwimmer, zwei Dutzend Goldmedaillen)

PS. Die Schlussfolgerungen sind von Ue30LA frei übersetzt und zum Teil nach persönlichem Empfinden interpretiert. Den zugrunde gelegte Artikel (engl.) finden Sie  [#hier].