Ingrid Holzknecht: Ungeduldig aber optimistisch

10.12.2016 11:09

Ingrid Holzknecht (geb. 10.08.1940, LG Elmshorn): "Ich kämpfe mich zurück ins Leben und auch in den Sport. Ich denke, das wird was."
(Foto von Barbara Schlosser)

Im September war Ingrid im Großglocknergebiet bei einer Bergwanderung gestürzt und rutschte 150 Meter einen Steilhang hinab. Erst nach sechs Stunden wurde sie besinnungslos entdeckt und per Hubschrauber nach Salzburg gebracht. Man stellte 14 Brüche fest, davon fünfmal das Schlüsselbein und fünf Rippen. Zwei davon bedrohten die Lunge. Die Brille hatte ihr Gesicht zerschnitten und die Nase war gebrochen. Die zertrümmerte rechte Hand musste mit sechs Schrauben gerichtet werden. "Vom Kopf her möchte ich schon wieder zurück zum Wettkampfsport", äußerte sich die Werferin im gestrigen Gespräch, dreieinhalb Monate nach dem Unfall.

"Man muss geduldig sein, aber das fällt mir als begeisterte Sportlerin schwer. Mein Glück ist, dass die Beine gesund sind und der Kopf. Es geht aufwärts! Einem an Leistung orientiertem Sportler allerdings zu langsam."

Im Grunde verdanke sie ihr Leben den Murmeltieren, erzählte sie schmunzelnd. Ein italienischer Bergsteiger und Fotograph suchte am Unglückstag mit der Kamera nach diesen Nagern und sah ihre weiße Jacke plötzlich im Fokus. Offensichtlich habe sie sich mit dem Arm bewegt, so dass er aufmerksam wurde und die Bergwacht benachrichtigte.

Jan Voigt, ebenfalls vielseitiger Werfer,  äußerte sich voller Hochachtung und Bewunderung über Ingrid Holzknecht und erinnerte an ihre großartigen Erfolge: "In W75 im letzten Jahr 7 DM Titel und in diesem Jahr 8 DM Titel mit Winterwurf und Halle, dreimal Gold bei den Hallen-EM 2016  in Ancona und zweimal Silber".

Der Unfall von Ingrid geschah am 4. September 2016 kurz nach den Deutschen Meisterschaften im Wurffünfkampf in Zella-Mehlis. Nach Ansicht der Ärzte wird sie wohl mindestens ein Jahr im Sport außer Gefecht gesetzt sein. Wie gesagt:  Sie kämpft sich zurück,  es geht aufwärts. Wir hoffen, "das wird was"!