Laufgebührenordnung im Fluss?

02.06.2015 09:30

Ist der DLV-Präsidiumsbeschluss zur Erhebung des sogenannten Laufeuros ab 2016 für die Landesverbände nicht uneingeschränkt bindend? Diese Frage drängt sich anhand des Protokolls einer Podiumsdiskussion von WFL/ LVN (NRW) und der Ankündigung einer Diskussionsveranstaltung des SLV (Saarland) zum Thema Laufgebühren auf. Die Gründung von Arbeitsgruppen zur Überarbeitung des Beschlusses und die Einberufung von Mitbestimmungsveranstaltungen deuten darauf hin, dass der Beschluss des Verbandsrates des DLV zur Erhöhung der Finisher-Gebühr für Vereine erst bindend ist, wenn der entsprechende Landesverband zugestimmt hat. Dazu Rechtsanwalt Peter von Loeper in einer Stellungnahme vom 12. März 2015 an den Leichtathletikverband Mecklenburg- Vorpommem e. V [#Quelle]: "Eine dynamische Verweisung in der Satzung des Landesverbandes, auf das jeweils geltende Satzungsrecht des DLV ist nicht ausreichend (Pfister, a. a. 0., S.204). Aus diesem Grund entfaltet allein der Beschluss des DLV zur Erhöhung der Finisher-Gebühren gegenüber den Sportvereinen keine Wirkung. Es bedarf vielmehr noch einer Umsetzung durch einen wirksamen Beschluss des jeweiligen Landesverbandes." Dass dem wohl so ist, deuten folgende Verlautbarungen an:

Einladung zur Besprechung der DLV Gebührenordnung 2016 [#Quelle]

Wir bitten zu bedenken, dass die Erklärung zur Laufveranstaltergebühr 2016 nur ein Entwurf ist. Dieser Entwurf soll gemeinsam besprochen und vollendet werden. Der Breitensportausschuss wird die erarbeiteten Vorschläge in der nächstmöglichen SLB-Präsidiumssitzung vorlegen. Verabschiedet werden diese Vorschläge vom Präsidium des Saarländischen Leichtathletik Bundes selbst. 

 

Laufgebühr: Ad-hoc-Kommission soll Vorschläge machen [#Quelle ]

Bei der Informationsveranstaltung in Duisburg ging man erfreulicherweise nicht ergebnislos auseinander. So schlug WFLV-Präsident Hermann Korfmacher am Ende der teilweise kontrovers geführten Debatte vor, eine Ad-hoc-Kommission zu bilden, die unter anderem Anregungen erarbeiten soll, wie man in Zukunft gemeinsam mit dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) und dem Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) das Gebührenwesen im Straßenlaufbereich neu gestalten kann.