Dissonanzen beim Hochsprung

19.07.2017 12:32

Von Thomas Zacharias

Die 440 km Nachtfahrt zu den Deutschen Meisterschaften in Zittau mit anschließenden fünf Stunden Schlaf im Auto haben sich ja gelohnt! Nicht wegen des Titels und noch weniger wegen der Leistung, sondern weil es mir vergönnt war, eine ganz neue Erfahrung zu machen, nämlich vom Kampfrichter verwarnt zu werden. Richtig mit Gelber Karte und so.

Fehlerhafter Einsatz des Höhenmessgerätes

Es fing damit an, dass das Höhenmessgerät nicht richtig zum Einsatz kam. Es stand immer so schief, dass die Latte beim Darüberschieben des Fingers um mindestens 4 mm heruntergedrückt wurde. Der junge Oberschiri versuchte zunächst, das Vorgehen zu rechtfertigen. Zum Glück kam ein erfahrener Kollege herbei und gab meinem Einwand Recht, indem er den Zuständigen zeigte, wie das Gerät korrekt zu benutzen ist.

Verdrehtes Auflegen der Latte

Beim Wettkampf stellte ich fest, dass die Gummienden an der Latte sich beim Zubodenfallen verdrehten, und wollte das während es Einmessens der nächsten Höhe korrigieren. Dabei entdeckt ich auch, dass dies gar nicht die Latte vom Einspringen war, sondern eine noch neuere, die noch keine Markierungen besaß, an denen man sich beim Zurechtdrehen der Auflagen hätte orientieren können. Also sah ich nach und musste feststellen, dass die Krümmung der Latte zur Seite, also zur Matte hin wies. Dadurch befand sich der Schwerpunkt nicht genau zwischen den Ständern, wie es die Regel vorschreibt, um einem zu leichten Fallen der Latte vorzubeugen.

Gelbe Karte aus Protest zum Protest

Mein Einwand und meine Forderung nach Korrektur stießen auf Unverständnis und großes Missfallen bei dem Schiri: Ich soll mich jetzt entfernen oder er würde mich verwarnen. Als ich trotzdem weiter darauf bestand, die Anlage den Regeln entsprechend herzurichten, zückte er die Gelbe Karte.

Suche nach optimaler Technik

Zu meinen Sprüngen: Je länger ein Fehler im System unerkannt bleibt, desto schlimmer wird er und desto mehr zieht er den ganzen Ablauf in Mitleidenschaft. Nicht nur wegen des Ärgers kam ich im Verlauf des Wettbewerbes nicht auf den Fehler in meiner Hochsprungtechnik und sprang entsprechend schlecht. Jedenfalls stirbt meine Hochsprungtechnik, wenn ich nicht bald den Fehler finde. Also bin ich flugs abgereist und Bleifuß nach Obersuhl ins Stadion. Um 15 Uhr stand fest, wo es hapert. Um 15h20 gelangen die ersten korrekten Sprünge über 1m45 seit mindestens 6 Wochen. 15 am Stück. Das war ein versöhnlicher Abschluss eines sportlichen Freitags, des 30sten.